Kampagnenstart der Antifaschistischen Offensive Vorderpfalz in Haßloch

AOVP

Die Antifaschistische Offensive Vorderpfalz startete am 28.05.11 erfolgreich ihre Kampagne.
Ungefähr 40 Antifaschisten beteiligten sich an der Aktion, um die Haßlocher Dorfbevölkerung auf das dort existierende Naziproblem aufmerksam zu machen.
Haßloch gilt als wichtiger Standort für die Nazis, von hier aus werden Aktionen geplant, mit rassistischen Aufkleber das Dorf verunreinigt und vor allem die Jugendlichen in die Szene miteingebracht. Der JN-Stützpunkt Haßloch organisiert Sportturniere um die Jugendlichen so langsam aber sicher mit ihrem Gedankengut zu versorgen.

Hier ein Verweis zur Aktion auf linksunten.

Flugblatttext:

Antifaschistische Offensive Vorderpfalz – Wir können auch anders!

Sehr geehrte Bürger_Innen von Haßloch.

Die Vorderpfalz und insbesondere Haßloch ist seit längerer Zeit ein Rückzugsort für viele organisierten Nazis aus der Region. Sie sind in verschiedenen Gruppen organisiert, besonders hervorzuheben sind die Stützpunkte der „Jungen Nationaldemokraten“ (Jugendorganisation der NPD) in Haßloch, Bad Dürkheim und Landau und zum anderen die „Autonomen Nationalisten Vorderpfalz“. Die Autonomen Nationalisten geben sich im Vergleich zur JN subkulturell offen und erlebnisorientiert. Sie bewegen sich weg vom Bild des springerstiefeltragenden Nazi-Skinheads oder der traditionell-völkischen Scheitel-Nazis, hin zum unauffälligen modernen Äußeren. Die „Autonomen Nationalisten“ sind gerade durch das moderne und aggressive Auftreten für Jugendliche attraktiv. Das nationalsozialistische Weltbild ist jedoch das selbe ewig Gestrige.

In Haßloch können die Neo-Nazis weitgehend ungehindert ihre Propaganda verbreiten und ihre Aktionen wie z.B rassistische Sprühereien an Schulgebäuden im April 2011 in Speyer und am DGB Haus in Neustadt, oder die Störaktion beim vom DGB veranstalteten „Hip-Hop gegen rechts“ in Haßloch planen. Auch im Rahmen der 1. Mai Demonstration in Heilbronn, wo die Faschisten nur mit massiver polizeilicher Repression gegen die anwesenden Antifaschist_Innen ihren Aufmarsch unter dem Motto „Fremdarbeiterinvasion stoppen“ durchführen konnten, wurde die Werbetrommel kräftig gerührt. So fand man in fast jeder vorderpfälzischen Stadt Schmierereien, Flugblätter und Aufkleber mit rassistischem Inhalt. Wie die Nazis mit Menschen umgehen, die nicht in ihr krankes Weltbild passen, bekamen vor einiger Zeit drei Jugendliche zu spüren, die beim Entfernen von Naziaufklebern von Nazis entdeckt und angegriffen wurden. Sie erlitten glücklicherweise nur leichte Verletzungen.

Dass es sich bei diesen Vorkommnissen nicht um Zufälle handelt, wird schnell deutlich, wenn man sich die Hintermänner und Drahtzieher in der Vorderpfalz ansieht. Der Neonazi-Kader Matthias Herrmann spielt bei der Organisation eine wichtige Rolle. Er stammt aus dem Umfeld des „Aktionsbüros Rhein-Neckar“ und ist seit Jahren in der rechten Szene fest verankert und gilt unter anderem als Organisator der Südwestdeutschen „IG-Fahrt und Lager“ der NPD. Die „IG-Fahrt und Lager“ ist der direkte Nachfolger der verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“. Des weiteren pflegt er engen Kontakt zur Rheinland-Pfälzischen Führungsriege der NPD um Dörte und Klaus Armstroff, die Mitorganisator_Innen der jährlich stattfindenen „Trauerkundgebungen“ in Landau, Neustadt und Bad Dürkheim sind. Bei diesen Kundgebung wird versucht, die deutsche Kriegsschuld in Frage zu stellen und die notwendigen Angriffe der Aliierten zu einem „Bombenholocaust“ umzudeuten. Sie verschweigen dabei die Taten der Nazis im zweiten Weltkrieg – ihre menschenverachtende Ideologie führte zu millionenfachem Elend, Mord, Verfolgung und zur Zerstörung weiter Landstriche.

Eine Veranstaltung mit ähnlich geschichtsrevisionistischem Charakter fand in der Vergangenheit häufig am 8. Mai in Böhl-Iggelheim statt. Die „Trauerveranstaltung“ am Tag der Kapitulation Nazi-Deutschlands setzt seinen inhaltlichen Schwerpunkt auf das von den alliierten Befreiern eingerichtete Rheinwiesenlager. Auch hier werden die Täter zu Opfern umgedeutet und die Geschichte in typischer Nazi-Manier verdreht. Der Anmelder dieser Veranstaltung ist der in Mannheim lebende bekannte Nazi-Kader und NPD-Aktivist Christian Hehl.
Die Nazis nehmen sich jeden Raum, den sie kriegen können. Die Geschichte zeigt, dass ihre Agitation eine frühzeitige Intervention bedürfen – drängen wir gemeinsam die Nazibrut zurück – keine Toleranz für Nationalismus und Rassismus!

Nazistrukturen aufdecken und zerschlagen – Alerta Antifascista!