Naziaufmarsch am 13. November 2011 in Haßloch und Böhl-Iggelheim? Blockieren!

Am 3. November hat der NPD-Kreisverband einen Antrag auf einen Schweigemarsch am 13. November 2011 von Haßloch nach Böhl-Iggelheim gestellt mit einer voraussichtlichen TeilnehmerInnenzahl von 40 Nazis. Anlass ist der Volkstrauertag, der jedes Jahr zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen wird und an dem den Opfern und Kriegstoten der Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht werden soll.
Die NPD jedoch will den im „Kriegen gefallenen Soldaten und Zivilisten sowie die in Böhl-Iggelheim umgekommenen deutschen Gefangenen des dortigen alliierten Gefangenenlagers“ gedenken und zu diesem Zwecke einen Schweigemarsch einlegen.

Der Marsch wurde vorerst von der Kreisverwaltung Bad Dürkheim untersagt, in der Rheinpfalz vom 11. November 2011 ist dazu zu lesen:


„Schweigemarsch“ verboten

Kreisverwaltung untersagt Veranstaltung der NPD am Volkstrauertag

Die Kreisverwaltung Bad Dürkheim hat einen für den Volkstrauertag am kommenden Sonntag geplanten „Schweigemarsch“ der rechtsextremen NPD von Haßloch nach Böhl-Iggelheim verboten.
Der NPD-Kreisverband hatte am 3. November einen entsprechenden Antrag für einen Marsch vom Haßlocher Rathausplatz nach Böhl-Iggelheim gestellt und die voraussichtliche Teilnehmerzahl mit 40 Personen angegeben. In den vergangenen Jahren hatten Anhänger der NPD mehrfach in Böhl-Iggelheim demonstriert.
Nach einem Abstimmungsgespräch, das am Mittwoch zwischen Kreisverwaltung, Haßlocher Ordnungsamt und Polizei stattgefunden hat, ist die Veranstaltung nach Auskunft von Pressesprecher Manfred Letzelter untersagt worden. Die Kreisverwaltung begründete das Verbot zum einen mit der Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, die von einem NPD-“Schweigemarsch“ ausgehe, der auch durch Wohngebiete führen sollte. Zum anderen dürfe der Charakter des Volkstrauertags, an dem an die Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft erinnert wird, nicht gestört werden. Trauer und innere Einkehr an diesem stillen Gedenktag unterliegen nach Auffassung der Kreisverwaltung einem besonderen Schutz.
Sollte die NPD wegen des Verbots das Verwaltungsgericht anrufen, hofft die kreisverwaltung laut Letzelter, „dass uns der Rücken gestärkt wird“.

Ob der Marsch genehmigt wurde, ist bisher unklar, wir versuchen euch allerdings, auf dem Laufenden zu halten! Der DGB hat anscheinend auch eine Gegenkundgebung geplant, ob und wann diese stattfindet, ist bisher ebenfalls unklar.

Ursprünglich war von Seiten der Nazis folgende Route (von 14 Uhr – 19 Uhr) geplant:
Haßlocher Rathausplatz (Auftaktkundgebung) — Kirchgasse — Lindenstraße — Rad-& Fußweg neben der L 532 nach Böhl-Iggelheim — Haßlocher Straße — Langgasse — Eisenbahnstraße zum Gedenkstein („Trauerkundgebung“) — Bahnhofstraße — Bismarckkstraße — Schulstraße — Kirchenstraße — Denkmal.

Auch, wenn wir bis heute Abend nicht wissen sollten, ob der Aufmarsch genehmigt wurde, rufen wir dazu auf, Protest zu zeigen! Seid kreativ, und macht wenn möglich Fotos der Nazis! Wir sind für jedes Bildmaterial dankbar.
Wenn ihr außerdem etwas Gutes beitragen wollt, entfernt ruhig die zahlreichen Aufkleber, die in der Gegend um und in Neustadt (beispielsweise Haßloch, Schifferstadt…) an zahlreichen Laternenmästen aufgetaucht sind (rote Aufkleber, auf denen eine Million Tote steht) und die auf die Rheinwiesenlagergedenken der Nazis (http://www.rheinwiesenlager.info/) am 19.11. in Remagen verweisen.

Deutsche Täter sind keine Opfer – gegen den Opfermythos!
Nazis blockieren! Es gibt kein ruhiges Hinterland!
Alerta Antifascista!

Hier ist auf linksunten ein Artikel zum Aufmarsch aufgetaucht, evtl. könnt ihr aus den Kommentaren herauslesen, ob der Aufmarsch stattfindet.

Edit:
Der Aufmarsch hat stattgefunden. Wie viele Nazis etc. vor Ort waren, ist in Kommentaren zu dem Linksuntenartikel zu lesen.