Naziaufmarsch in Remagen am 19. 11. 2011 verhindern!

Was: Naziaufmarsch in Remagen blockieren
Wann: Samstag, 19. November 2011, 11 Uhr
Wo: Remagen

Wie im letzten Jahr wollen ca. 300 Nazis den Abschluss ihrer Rheinwiesenlager-Kampagne, zu der auch die Kundgebung in Böhl-Iggelheim am 13. November 2011 gehörte, mit einem Trauermarsch in Remagen begehen. Der anfangs verbotene Marsch wird nun am Samstag, dem 19. November 2011, in Remagen durchgeführt, Anmelder ist der Neonazi-Kader Christian Malcoci. Nach Informationen der Antifa Ahrweiler haben die Nazis bereits für nächstes Jahr am selben Wochenende einen Trauermarsch angemeldet, sodass sich dieser Marsch als regelmäßige Veranstaltung etablieren könnte.

Zu den Rheinwiesenlagern ist auf Seiten der Nazis folgendes zu lesen: „[…]Unter katastrophalen hygienischen Zuständen zusammengepfercht, starben in den Jahren 1945/46 fast eine Million dieser Gefangenen, in Zahlen ausgedrückt: 1.000.000 Gefangene! Sie verhungerten oder erlagen Seuchen in den Händen der sogenannten Befreier. Eine Million Menschen, die in den Akten der US-Streitkräfte lediglich unter der Bezeichnung „Other losses“ aufgeführt wurden[…]“.
Fakt ist, dass die Zahl eine Million bei weitem übertrieben ist, Historiker sprechen von ca. 5000 bis maximal 50.000 Toten. Wie die Zahl 1.000.000 zustande gekommen ist, lässt sich zudem leicht erklären: In den Lagern wurde über die Zahl der Kriegsgefangenen Statistik geführt. In dieser Statistik gab es auch eine Kategorie namens „other losses“ („andere Verluste“). Auf ihren Internetseiten zu den Rheinwiesenlagern behaupten Nazis, dass es sich hierbei um die Todesfälle handelt. Vielmerhr werden hier jedoch die Gefangenen zusammengefasst, die vorzeitig entlassen wurden (wie z.B. Volkssturmangehörige, die ohne formales Verfahren freigelassen wurden), sowie Gefangene, die in andere Lager übergestellt wurden oder geflüchtet sind.
Der kanadische Journalist James Baque hat im Jahr 1989 die Zahl eine Million ins Gespräch gebracht und in seinem Buch „Other Losses“ behauptet, dass die Alliierten für den Tod von einer Million Kriegsgefangener verantworlich sind, da er die Kategorie „other losses“ falsch interpretiert hat. Bei Untersuchungen von Statistiken über die Zahl der Kriegsgefangenen kam außerdem heraus, dass Baque schwerwiegende Rechenfehler gemacht hatte: Bei anderen Rechnungen nahm er die Todesrate in den schlechtesten Lagern (den Rheinwiesenlagern) in den ersten Wochen nach der Befreiung durch die Alliierten und rechnete diese auf die gesamten Lager in Deutschland hoch. Da in diesen ersten Wochen mehr Menschen aufgrund von Kriegsverletzungen, schlechter Ernährung etc. starben als in den darauffolgenen, ist die Zahl der Todesfälle, die Baque herausbekommen hat, stark verzerrt.
Maximal 56.258 Todesfälle – diese Zahl wurde aus Angaben des Roten Kreuzes und aus offiziellen amerikanischen Berichten erstellt. Die Zahl enthält jedoch auch die Personen, die nirgends registriert wurden und die während der letzten Kampfhandlungen vor der Befreiung ums Leben kamen – die tatsächliche Zahl ist somit um einiges niedriger.
Baques Behauptungen, die vor 22 Jahren aufgestellt wurden, wurden mittlerweile zahlreich widerlegt (hierzu findet sich ein wirklich lesenswerter Artikel hier); dennoch werden sie von Nazis gerne genutzt, um Propaganda zu betreiben und die Geschichte zu relativieren.
Informationen zu Gegenveranstatungen gibt es seitens der Antifa Koblenz und Antifa Ahrweiler, außerdem ist ein lesenswerter Artikel von Blick nach rechts erschienen.

Zeigt, dass ihr gegen diese von Nazis betriebene Verdrehung der Tatsachen seid!
Kommt wenn möglich am 19. November nach Remagen und verhindert, dass kranke und falsche Weltbilder verbreitet werden können!
Alerta Antifascista!