Archiv für Dezember 2011

Aktion im Rahmen der AOVP-Kampagne in Landau: Alle Jahre wieder? Nicht mit uns!

AOVP

Am Abend des 08.12.2011 trafen sich Antifaschist_Innen aus der Vorder- und Südpfalz und verteilten in der Landauer Innenstadt und auf dem Weihnachtsmarkt Flugblätter, bezüglich der sich im März 2012 zum 67. Mal jährenden Bombardierung der Stadt durch alliierte Luftstreitkräfte am 16.03.1945 und der damit verbundenen jährlichen Jammerkundgebung der Faschisten der NPD und des Aktionsbüros Rhein-Neckar.

Auch im kommenden März ist zu erwarten, dass die Faschisten wie schon in den Jahren zuvor versuchen werden, dieses Datum zu nutzen, um die Geschichte nach ihrem verblendeten Weltbild zu verfälschen, indem sie einen deutschen Opfermythos propagieren. Doch dürften die Nazis rund um das NPD-Ehepaar Klaus und Dörthe Armstroff, sowie dem Nazikader des Aktionsbüros Rhein-Neckar Matthias Herrmann schon in diesem Jahr gemerkt haben, dass sie und ihre heuchlerische Trauer dem antifaschistischen Widerstand in Landau nichts entgegenzusetzen haben. So mussten die Nazis ihre Kundgebung wegen massiver akustischer Störung frühzeitig abbrechen und sich von der Polizei vom Kundgebungsort eskortieren lassen.

Auch im März 2012 gilt es also erneut den Nazis zu zeigen, dass sie unerwünscht sind. Daher wurden in diesem Jahr schon früh präventiv Informationen unter die Bürger_Innen gebracht, um so einen möglichst breiten Widerstand gegen die faschistische Umdeutung der Geschichte zu mobilisieren.

Die jüngsten Ereignisse rund um den braunen Terror dürften jedem gezeigt haben, welches Weltbild sich hinter dem bürgerlichen Anstrich der NPD und den Kameradschaften verbirgt, also lasst es nicht zu, dass die Faschisten die Straßen mit ihrem ideologischen Stumpfsinn verpesten – Stellt euch den Nazis in den Weg, schaut nicht weg und zeigt ihnen, dass sie hier und auch sonst wo nicht toleriert werden.

Nazis von der Straße jagen! – Alerta Antifascista

Im Folgenden das Flugblatt der Antifaschistischen Offensive Vorderpfalz:

2012 jährt sich die Bombardierung der Pfalz durch die Alliierten am Ende des Zweiten Weltkrieges zum 67. Mal. Es ist davon auszugehen, dass (Neo-)Nazis der NPD sowie Mitglieder verschiedener Kameradschaften – wie schon die beiden Jahre zuvor – erneut versuchen werden ihre Trauerveranstaltung am 16. März 2012 in Landau abzuhalten. Viele der teilnehmenden Faschisten bewegen sich im Umfeld des Neonazizusammenschlusses „Aktionsbüro Rhein-Neckar“, welches, wie nun bekannt wurde, in engem Kontakt mit Ralf Wohlleben, einem Komplizen der faschistischen Zwickauer Terrorzelle, steht, der mutmaßlich an deren Internetpräsenz mitgewirkt hat (Siehe „Die Rheinpfalz“ vom 02.12.2011).

Auch in diesem März planen die Nazis mit ihrer Jammertournee durch die Süd- und Vorderpfalz die Geschichte zu verfälschen und sich selbst als Opfer zu inszenieren: Die Tatsache, dass systematischer Bombenterror gegen Zivilist_innen von den deutschen Faschisten erstmals und massenhaft angewandt wurde (Guernica, Warschau, Rotterdam, London, Leningrad, …) und der alliierte Luftkrieg nur als Reaktion auf die feigen und barbarischen Angriffe der Luftwaffe zu verstehen ist, wird geleugnet – stattdessen ist in geschichtsrevisionistischer Manier vom „Bombenholocaust“ die Rede. Aussagen wie diese setzen den millionenfachen Mord an europäischen Jüdinnen und Juden mit der unvermeidlichen Abwehr des deutschen Angriffskrieges gleich. Die deutsche Täterschaft wird verharmlost, die wahren Opfer ausgeblendet!

Doch auch dem bürgerlichen Gedenken, welches sich stets um Abgrenzung zu den Nazis bemüht, ist die Verharmlosung Nazideutschlands oft immanent. Die Fokussierung auf Einzelschicksale verstellt durch Emotionalisierung den objektiven Blick auf den geschichtlichen Verlauf. So können auch hier schnell aus Täter_innen Opfer werden. Die breite Mitarbeit des „deutschen Volkes“ am Angriffskrieg Deutschlands, der vielerorts als Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung geführt wurde (Polen, Jugoslawien, Sowjetunion, …) und an der Entrechtung und Deportation von Antifaschist_innen, Juden und Jüdinnen, Sinti und Roma, Homosexueller, behinderter Menschen und vieler anderer wird dabei verdrängt. Konsequenterweise sind somit beide Formen des Gedenkens abzulehnen – es sind die wahren Opfer von Faschismus und Krieg, derer gedacht werden muss!

Sollten die Faschisten erneut versuchen ihr verbrecherisches Gedankengut nach Landau zu tragen, so werden sie dies nicht ohne spürbare antifaschistische Intervention über die Bühne bringen!

Gegen deutsche Opfermythen und jeden Geschichtsrevisionismus – in Landau, Neustadt, Bad Dürkheim und anderswo!

Für eine antifaschistische Erinnerungskultur!


Antifaschistische Offensive Vorderpfalz